Sebadenitis

Auch genannt: Granulomatöse Sebadenitis

Abb. 1: Sebadenitis: Schuppenbildung

Abb. 1: Sebadenitis: Schuppenbildung

Was ist Sebadenitis?

Die Sebadenitis ist eine Erkrankung der Talgdrüsen der Haut, die bei Hunden und ganz selten auch bei Katzen zu finden ist. Die Ursachen dieser Erkrankung sind ungeklärt. Folgende Hypothesen werden diskutiert:

  • Genetische Entwicklungsstörung der Talgdrüsen
  • Autoimmun-bedingte Zerstörung der Talgdrüsen
  • Störung des Stoffwechsels der Hautfette

Grundsätzlich kann diese Erkrankung bei allen Hunderassen beobachtet werden, besonders häufig zeigt sie diese Erkrankung bei Groß-Pudeln, Vizslas, Akita Inu und Samojeden. Die Erkrankung bricht bei jungen erwachsenen Tieren aus. Da eine vererbliche Komponente möglich ist, sollten Tiere mit Sebadenitis von der Zucht ausgeschlossen werden.

Wie sieht Sebadenitis aus?

Abb. 2: Sebadenitis: festhaftende Beläge

Abb. 2: Sebadenitis: festhaftende Beläge

Schuppen, Haarbruch und Haarausfall sind die wichtigsten Anzeichen. Die Haut am ganzen Körper kann betroffen sein, offensichtlich sind die Veränderungen jedoch meistens im Bereich des Rückens (Abb. 1). Bei manchen Tieren fallen fettige, gelblich-braune Materialien auf, die kleine Büschel von Haaren zusammenkleben (Abb. 2 und 3). Juckreiz zeigt sich erst nach Ausbildung von Sekundärinfektionen. Obwohl die Erkrankung die Schönheit des Haarkleides beeinträchtigt, bleibt die Allgemeingesundheit meist unberührt.

Wie wird sie diagnostiziert?

Gerade im Anfangsstadium können viele andere Erkrankungen ähnlich aussehen. Diese müssen durch entsprechende Untersuchungen ausgeschlossen werden. Die endgültige Diagnose wird durch die histologische Untersuchung von Hautbiopsien gestellt.

Wie wird sie behandelt?

Abb. 3: Sebadenitis: verklebte Haarbüschel

Abb. 3: Sebadenitis: verklebte Haarbüschel

Bei milden Formen dieser Erkrankung kommen spezielle schuppenlösende, feuchtigkeitsspendenden und rückfettende Shampoos oder Spülungen zum Einsatz.

Auch die Gabe von essentiellen Fettsäuren kann in einigen Fällen eine positive Wirkung haben. Bei stärkeren Erkrankungen kombiniert man die lokale Therapie mit Medikamenten, die die Hautbildung normalisieren oder die stark entzündliche Reaktionen kontrollieren. Zeigen diese Medikamente eine gute Wirkung wird die Behandlung lebenslang durchgeführt werden müssen.

Seborrhoe

Auch genannt: Primäre idiopathische Seborrhoe, Seborrhoeische Dermatitis

Abb. 1: Schuppenbildung bei primärer Seborrhoe

Abb. 1: Schuppenbildung bei primärer Seborrhoe

Was ist Seborrhoe?

Die primäre idiopathische Seborrhoe gehört zu den vererblichen Hautbildungsstörungen bei Hund und sehr selten auch bei der Katze. Da sie erblich bedingt ist, zeigen befallene Tiere schon im Welpenalter die ersten klinischen Symptome, die sich mit zunehmendem Alter verstärken und oft durch bakterielle Sekundärinfektionen kompliziert werden. Am häufigsten sind Cocker Spaniel, West Highland White Terrier, Englische Springer Spaniel, Basset Hounds, Englische Setter und Labrador Retriever betroffen.

Bei Cocker Spaniel konnte man durch Studien nachweisen, dass die Hautneubildung viel schneller abläuft als bei gesunden Hunden. Neue Hautzellen werden bei diesen Tieren innerhalb von 8 Tagen anstatt innerhalb von 21 Tagen gebildet. Die Talgdrüsen bilden vermehrt Hautfette, was zu fettiger Haut, fettigem Haarkleid und Ansammlung von Ohrschmalz in den äußeren Gehörgängen führt.

Sie ist keine Erkrankung, die von Anfang juckend ist, doch können Sekundärinfektionen mit Bakterien oder Hefepilzen starkem Juckreiz hervorrufen.

Abb. 2: festhaftende Krusten bei primärer Seborrhoe

Abb. 2: festhaftende Krusten bei primärer Seborrhoe

Neben dieser vererblichen primären idiopathischen Seborrhoe gibt es die sekundäre Seborrhoe. Diese Form ist eine Folgeerkrankung und tritt im Zusammenhang mit vielen anderen entzündlichen Erkrankungen, wie z.B. Allergien oder auch hormonellen Erkrankungen auf. Wird die Grunderkrankung diagnostiziert und erfolgreich behandelt, verschwindet die sekundäre Seborrhoe wieder.

Wie sieht Seborrhoe aus?

Schuppenbildung ist das Hauptsymptom der Seborrhoe; diese können als trockene (Abb. 1 und 3) oder fettige Schuppen in Erscheinung treten, wie auch die Hautoberfläche eher trocken oder mehr fettig sein kann. Das Haarkleid kann stumpf und spröde oder fettig-ölig sein. In manchen Fällen schilfern die Hautzellen nicht ab und man sieht bräunliche Krusten auf der Hautoberfläche (Abb. 2). Viele Tiere haben einen starken Körpergeruch.

Wie wird sie diagnostiziert?

Seborrhoe ist eine Diagnose, die sich aus den Symptomen und der Krankengeschichte des Patienten ergibt. Wird eine primäre Seborrhoe vermutet, sollten Hautbiopsien genommen werden. Ist eine sekundäre Seborrhoe wahrscheinlich, sollte die Suche nach der Grunderkrankung mittels spezieller Blutuntersuchungen, Allergiediagnostik oder Hormontests eingeleitet werden.

Wie wird sie behandelt?

Abb. 3: Schuppenbildung bei sekundärer Seborrhoe

Abb. 3: Schuppenbildung bei sekundärer Seborrhoe

Die primäre Seborrhoe ist nicht heilbar und erfordert lebenslange, symptomatische Behandlung. Mit speziellen Shampoos versucht man, ein normales Hautbild und Haarkleid wieder herzustellen. Je nachdem, welche Veränderungen vorliegen, kommen entfettende, feuchtigkeitsspendende, schuppenlösende oder/und antimikrobielle Shampoos zum Einsatz. Mit Medikamenten in Tablettenform versucht man, die vermehrte Bildung von Hautzellen zu reduzieren und den Hautzellen die Möglichkeit zu langsamer Reifung zu geben.

Die sekundäre Seborrhoe behandelt man am besten, indem man die zugrunde liegende Erkrankung diagnostiziert und behandelt. Wenn z.B. ein Hund diese Erkrankung aufgrund einer Schilddrüsenunterfunktion entwickelt, bekommt er Schilddrüsenhormone, um wieder ein normales Hautbild und Haarkleid herzustellen. Eine Shampoobehandlung kann diesen Prozess deutlich unterstützen und beschleunigen.

In jedem Fall muss durch eine zytologische Untersuchung das Vorhandensein von Sekundärinfektionen mit Bakterien oder Hefepilzen abgeklärt werden, um eine entsprechende Behandlung einleiten zu können.

Herbstgrasmilben

Auch: Grasmilben, Erntemilben

Abb. 1: Herbstgrasmilben im mikroskopischen Präparat

Abb. 1: Herbstgrasmilben im mikroskopischen Präparat

Was sind Herbstgrasmilben?

Die Herbstgrasmilbe ist ein etwa stecknadelkopfgroßer Parasit; die erwachsenen Tiere ernähren sich von Pflanzematerial, die Larven befallen Menschen und Tiere und ernähren sich von Gewebsflüssigkeit. Der Befall tritt in Süddeutschland in den Monaten Juli bis Oktober auf.

Wie sieht ein Befall mit diesen Milben aus?

Die orangefarbene Milbe (Abb.1) befällt jene Körperregionen, die Kontakt mit dem Boden und niedrigen Gräsern haben: Pfoten, untere Gliedmaßen, Kopf und Bauch (Abb. 2 und 3). Der Biss dieser Milbe löst eine kleine insektenstichähnliche Rötung und Hautverdickung aus, manchmal sieht man eine gelbrote Kruste auf der Haut, die aus einer Ansammlung der Parasiten besteht. Viele Tiere reagieren allergisch auf den Biss der Milben und zeigen einen starken Juckreiz, durch den es zu Haarverlust und Hautreizungen kommen kann. Dieser Juckreiz kann auch noch anhalten, wenn die Milben den Wirt schon verlassen haben.

Abb. 2: Herbstgrasmilben an den Pfoten

Abb. 2: Herbstgrasmilben an den Pfoten

Wie werden sie diagnostiziert?

Wiederkehrender Juckreiz im Spätsommer im Bereich der Lieblingslokalisationen der Herbstgrasmilben und typische Veränderungen sind hinweisend. Die Verdachtsdiagnose wird durch den Nachweis der Parasiten bestätigt. Die Milben treten oft in Gruppen auf und sind dann schon mit bloßem Auge sichtbar. Nimmt man Hautgeschabsel von veränderten Bereichen, kann man die Milben im Mikroskop relativ einfach nachweisen.

Was kann man zur Vorbeuge tun?

Herbstgrasmilben können durch viele Antiparasitika abgetötet werden. Neben der Behandlung der Milben müssen jedoch bei einigen Tieren auch Medikamente zur Bekämpfung des Juckreizes eingesetzt werden, da diese Tiere sich selbst oft sehr starke Hautverletzungen zufügen.

Abb. 3: Herbstgrasmilben an den Ohren

Abb. 3: Herbstgrasmilben an den Ohren

Dermatophytose

Auch genannt: Hautpilz, Pilzinfektion

Was ist Dermatophytose?

Die Dermatophytose ist eine Infektion mit Pilzen, die das Keratin von Haut und Haaren bei Hund und Katze befallen. Pilzerkrankungen kommen bei Katze häufiger als beim Hund vor. Etwa 98% der Dermatophytosen bei der Katze werden durch Microsporum canis hervorgerufen. Selten erkranken Katzen nach Kontakt mit Nagern oder, im ländlichen Bereich, nach Kontakt mit Pferden oder Rindern an Infektionen mit Trichophyton-Arten. Beim Hund sind Pilzerkrankungen insgesamt seltener und treten oft als Folge einer Immunschwäche z.B. bei Welpen auf, aber auch nach Ansteckung durch eine infizierte Katze.

Es scheint eine Rassedisposition zu bestehen: bei Yorkshire-Terriern werden vermehrt Infektionen mit Microsporum und bei Jack-Russell-Terriern Infektionen mit Trichophyton beobachtet.

Pilze können durch direkten Kontakt, durch verunreinigte Bürsten, Decken und sogar durch infizierte Haare von Tier zu Tier übertragen werden. Durch befallene Haare und Hautschuppen werden diese Pilzorganismen auch in der Umgebung verteilt. Je mehr Tiere zusammenleben, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit der Übertragung.

Ist Dermatophytose ansteckend für Menschen?

Ja, der Pilz kann von infizierten Tieren auf den Menschen und umgekehrt übertragen werden. Die Übertragung von einer Tierart auf die andere ist auch möglich. Nicht immer ist direkter Kontakt Voraussetzung für die Übertragung, infizierte Haare und verunreinigte Gegenstände können die Infektion weiterverbreiten.

Abb. 1: Dermatophytose bei einer jungen Katze

Abb. 1: Dermatophytose bei einer jungen Katze

Wie sieht die Dermatophytose aus?

Dermatophytose bei Katzen zeigt sich in einem so vielfältigen Bild, dass man fast bei jeder Hauterkrankung an Pilzbefall denken sollte. Die Bandbreite an Symptomen reicht von klinisch unverändertem Haarkleid bis zu massiven Veränderungen mit Haarbruch, Haarverlust, Schuppen, Krusten und Juckreiz (Abb. 1).

Besonders Perserkatzen können manchmal Träger von Pilzinfektionen sein, ohne Veränderungen an Haut und Haarkleid zeigen. Auch ohne selbst klinisch zu erkranken, können sie andere Tiere und auch Menschen anstecken.

Beim Hund ist das Krankheitsbild meist eindeutiger. Sie zeigen “klassischen Veränderungen” wie scharf abgegrenzte haarlose Stellen, Hautrötung und Schuppenbildung. Aber auch Krustenbildung kann besonders bei Infektionen mit Trichophytenarten auftreten (Abb. 2). Kommt es zu Sekundärinfektionen mit Bakterien können sich entzündliche, knotenartige Veränderungen bilden (Kerion) (Abb.3).

Abb. 2: Trichophyton-Erkrankung beim Hund

Abb. 2: Trichophyton-Erkrankung beim Hund

Wie wird Dermatophytose diagnostiziert?

Am sichersten wird Dermatophytose durch spezielle Pilzkulturen diagnostiziert. Nur durch Pilzkulturen lassen sich die verschiedenen Erreger einer Pilzinfektion unterscheiden, was wiederum Konsequenzen für die Behandlung hat. Manchmal lassen sich aus der Art des Erregers auch Rückschlüsse auf den Infektionsweg ziehen. Probenmaterial für die Kultur ist schnell gesammelt. Bis schließlich Wachstum auf den Nährböden festgestellt wird, können allerdings bis zu 4 Wochen vergehen.

Andere Wege, Dermatophytose zu diagnostizieren, können mikroskopische Untersuchung von Haaren, Untersuchung mit der Wood’schen Lampe und spezielle Färbemethoden bei der histologischen Untersuchung sein.

Abb. 3: Kerion

Abb. 3: Kerion

Wie wird Dermatophytose behandelt?

In manchen Fällen heilen Pilzinfektionen auch ohne Behandlung ab. Dies kann aber mehrere Monate in Anspruch nehmen. Weil Pilzinfektionen auch auf andere Tiere und auf den Menschen übertragbar sind, sollte immer eine Behandlung durchgeführt werden. Die Behandlung einer Dermatophytose besteht einmal aus der Eingabe von Tabletten (orale Behandlung), der äußeren Behandlung von befallenen Hautbezirken (topische Behandlung) und der Umgebungsdesinfektion. Die Behandlung ist meist langwierig und erstreckt sich oft über Wochen und Monate.

Bald nach Behandlungsbeginn normalisiert sich das Erscheinungsbild der Haut, und die Haare beginnen, wieder zu wachsen. Trotzdem darf die Therapie nicht zu früh abgesetzt werden, da ansonsten die Krankheit wieder auftreten kann oder die befallenen Tiere äußerlich gesund erscheinen, aber noch Infektionsträger und Ansteckungsquelle für andere sind. In manchen Fällen haben die oralen Medikamente zur Bekämpfung der Dermatophytose Nebenwirkungen. Deshalb sollte man in regelmäßigen Abständen Blutuntersuchungen durchführen.

Muss die Umgebung behandelt werden?

Ja, denn durch eine konsequente Umgebungsdesinfektion vermindert man das Risiko einer Re-Infektion der Tiere und einer Neuinfektion der im Haushalt lebenden Familienmitglieder. Staubsaugen, Abwaschen der Oberflächen mit speziellen Mitteln und Entfernen verseuchter Gegenstände sind wichtige Maßnahmen. Bitte vermeiden Sie engen körperlichen Kontakt, bis Ihr Tier wieder genesen ist.

Otitis (Ohrenentzündung)

Auch genannt: Ohrenentzündung, Ohrzwang, Ohrmilben, Entzündung des äußeren Gehörganges

Abb. 1: eitrige Otitis externa

Abb. 1: eitrige Otitis externa

Was ist Otitis?

Mit Otitis bezeichnet eine Entzündung der Haut der Ohrmuschel und des äußeren Gehörganges (Otitis externa). Eine entzündliche Reaktion am Gehörgang löst eine Kette von Veränderungen aus. Die Haut des Gehörganges verdickt sich und führt zu einer Einengung des Gehörganges. Das Mikroklima im Ohr und die Zusammensetzung des Ohrschmalzes verändern sich und schaffen ein geeignetes Umfeld für das Wachstum von Bakterien und Hefepilzen. Die normale Wanderung der Epithelzellen nach außen wird behindert und die Selbstreinigungmechanismen des Gehörganges vermindert. Durch Ansammlung von Ohr- und entzündlichem Sekret wird der Gehörgang schließlich verlegt und die Behandlung mit Ohrentropfen erschwert, bzw. unmöglich gemacht.

Wie sieht Otitis aus?

Abb. 2: chronische Otitis externa

Abb. 2: chronische Otitis externa

Das erste sichtbare Symptom ist meist eine Rötung der Haut an der Innenseite der Ohrmuschel und des äußeren Gehörganges. Die Haut erscheint rauh, es bilden sich Schuppen oder Krusten. An der Innenseite des Gehörganges sammelt sich braunes, schwarz-braunes oder gelbliches Sekret an.

Symptome von Otitis sind Juckreiz, Schmerzen, Kopfschütteln, Ansammlung von Ohrsekret an der Ohrmuschel, vermehrter Geruch und in chronischen Fällen Kopfschiefhaltung oder Gleichgewichtsprobleme.

Wodurch wird Otitis hervorgerufen?

Wiederkehrende Otitis ist zumeist ein multifaktorielles Geschehen. Ein erhöhtes Risiko entsteht durch prädisponierende Faktoren wie z.B. anatomische Anomalien, vermehrte Ohrschmalzbildung und stark behaarte Gehörgänge. Diese Veränderungen allein reichen jedoch nicht aus, eine Erkrankung hervorzurufen, können aber zu einer verzögerten Heilung und zu Rückfällen beitragen.

Abb. 3: Verlegung des Gehörganges

Abb. 3: Verlegung des Gehörganges

Primäre Ursachen sind Ursachen, die allein ausreichend sind, Ohrerkrankungen hervorzurufen. Hierzu gehören u.a. Parasiten (Ohr-, Sarkoptes-, Demodex- oder Notoedres-Milben), Fremdkörper (Grannen) oder Autoimmunerkrankungen. Die häufigste Ursache für wiederkehrende Gehörgangsentzündungen sind Allergien (Atopie, Futtermittelallergie, Kontaktallergie).

Kommt es zu entzündlichen Veränderungen, kommen die sekundären Ursachen ins Spiel: Infektionen mit Bakterien oder Hefepilzen profitieren von den veränderten Milieu, vermehren sich und verschlimmern die Symptome.
Bei chronischen Erkrankungsfällen gewinnen die perpetuierenden (aufrechterhaltenden) Faktoren an Bedeutung: sie behindern die Heilung. Dazu gehören die Verdickung der Haut, die vermehrte Bindegewebsbildung, Behinderung der Selbstreinigungsmechanismen, Vergrößerung der Ohrschmalzdrüsen und letztendlich Verlegung des Gehörganges.

Wie wird Otitis diagnostiziert?

Abb. 4: zytologische Untersuchung: bakterielle Infektion

Abb. 4: zytologische Untersuchung: bakterielle Infektion

Die Diagnose wird durch die klinische Untersuchung aufgrund der typischen Symptome gestellt. Durch die mikroskopische Untersuchung des entzündlichen Sekrets sind wir in der Lage, Typ und Anzahl der vorhandenen Organismen (Bakterien und / oder Hefen) zu bestimmen und eine gezielte Behandlung einzuleiten, bzw. deren Heilungsverlauf zu kontrollieren. Die Behandlung der Sekundärinfektionen verschafft dem Tier zwar Erleichterung bezüglich Juckreiz und Schmerz, löst jedoch das Problem nicht auf Dauer. Erst wenn die Ursachen diagnostiziert und unter Kontrolle gebracht werden, kann ein Wiederauftreten der Ohrerkrankungen dauerhaft vermieden werden. So macht die Therapie mit Ohrentropfen bei einer allergischen Grunderkrankung nur Sinn, wenn gleichzeitig die Suche nach den auslösenden Allergenen mittels Allergietest und Eliminationsdiät eingeleitet wird.

Wie wird Otitis behandelt?

Abb. 5: zytologische Untersuchung: Hefepilz-Sekundärinfektion

Abb. 5: zytologische Untersuchung: Hefepilz-Sekundärinfektion

Der Abstrich und die zytologische Untersuchung des Ohrsekrets kann sofort in der Praxis durchgeführt werden. Das Ergebnis liegt nach ca.15 Minuten vor. Aufgrund dieser Befunde wird die symptomatische Therapie zur Behandlung von Entzündung, Juckreiz und bakterieller oder Hefepilz-Sekundärinfektion z.B. mit entsprechenden Ohrentropfen eingeleitet. Eine symptomatische Therapie ohne Ursachenforschung wird jedoch auf Dauer nicht erfolgreich sein. Nur die Suche nach den primären Ursachen kann das Problem dauerhaft lösen.

Diskoider Lupus erythematodes

Auch genannt: DLE, Collie-Nase

Abb. 1: DLE Hautrötung und Krusten

Abb. 1: DLE Hautrötung und Krusten

Was ist Diskoider Lupus erythematodes?

Normalerweise bekämpft das Immunsystem alles, was für den Körper fremd und schädlich ist und toleriert und schützt körpereigenes Gewebe. Beim diskoiden Lupus erythematodes wenden sich Antikörper gegen körpereigenes Gewebe und führen zu stark entzündlichen Reaktionen und Zelltod. Diese Form der Lupus-Erkrankung ist auf wenige Hautbereiche beschränkt und weitet sich nicht auf andere Organsysteme aus. Die genaue Entstehung ist noch nicht vollständig geklärt. Viele Faktoren wie genetische Veranlagung, Defekte in der Immunabwehr, UV-Strahlung und Medikamente spielen eine Rolle. Gewisse Rassen wie Collie, Deutscher Schäferhund, Sheltie, Siberian Husky und Deutsch Kurzhaar sind häufig betroffen. Durch Sonneneinstrahlung kommt es zu einer Verschlechterung der Erkrankung.

Abb. 2: DLE Depigmentierung, Geschwüre und Verlust des Oberflächenreliefs

Abb. 2: DLE Depigmentierung, Geschwüre und Verlust des Oberflächenreliefs

Wie sieht Diskoider Lupus erythematodes aus?

Bei über 90% der Tiere sind zuerst Pigmentverlust und Hautrötung am Nasenspiegel, am Übergang zur Oberlippe und in den angrenzenden behaarten Hautbezirken zu sehen. Der Nasenspiegel verliert sein Oberflächenrelief und wird glatt. Später können Krusten, oberflächliche oder tiefe Geschwüre und Fissuren entstehen (Abb. 1 + 2). In den meisten Fällen sind die Veränderungen auf Nasenspiegel, Nasenrücken und Augenumgebung beschränkt. Nur selten findet man Veränderungen im Bereich von Ohren, unteren Gliedmaßen und Genitalien (Abb. 3).

Wie wird ein Diskoider Lupus erythematodes diagnostiziert?

Die Diagnose basiert auf Hautbiopsien. In manchen Fällen kann eine zusätzliche bakterielle Sekundärinfektion die Aussagefähigkeit einer Biopsie beeinträchtigen und macht eine vorherige Antibiotikatherapie über 3 Wochen sinnvoll. Aufgrund der Lokalisation der Veränderungen müssen die Biopsien unter Narkose genommen werden.

Abb. 3: DLE Veränderungen am Hoden

Abb. 3: DLE Veränderungen am Hoden

Wie wird der Diskoide Lupus erythematodes behandelt?

Die Behandlung wird mit immunsuppressiven Medikamenten in Tabletten- und Salbenform durchgeführt. Da es sich um eine lokalisierte Erkrankung handelt, versucht man zuerst möglichst nebenwirkungsarme, nicht-cortisonhaltige Medikamente einzusetzen.
Da der Diskoide Lupus erythematodes durch Sonnenlicht verschlimmert wird, sollten im Sommer Sonnenschutzmittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor aufgetragen werden. Bei starker Sonneneinstrahlung ist es am besten, den Hund im Haus zu halten.

Pemphigus foliaceus

Auch genannt: P.f., Pemphigus

Abb.1: Pemphigus beim Hund

Abb.1: Pemphigus beim Hund

Was ist Pemphigus foliaceus?

Pemphigus foliaceus ist die wahrscheinlich häufigste Autoimmunerkrankung bei Hunden und Katzen. Bei dieser Erkrankung verliert das Immunsystem die Fähigkeit, zwischen körpereigenem und körperfremdem Gewebe zu unterscheiden und bildet Antikörper gegen Verbindungsstrukturen in der Haut. Dadurch werden diese Zell-zu-Zell-Verbindungen zerstört, einzelne Epithelzellen runden sich ab und lösen sich aus dem Zellverband. Diese Zellen werden akantholytische Zellen genannt und lassen sich sowohl in der zytologischen als auch in der histologischen Untersuchung nachweisen. Andere Organe als die Haut werden durch diese Erkrankung glücklicherweise nicht betroffen.

Abb. 2: Pemphigus bei der Katze

Abb. 2: Pemphigus bei der Katze

Beim Hund sind einige Rassen häufiger betroffen: Chow-Chow, Dackel, Bearded Collie, Akita Inu, Dobermann und Neufundländer. Die Erkrankung tritt bei mittelalten Tieren auf, ca. 50% der Fälle zeigen die ersten Symptome vor dem 5. Lebensjahr.

Was ruft Pemphigus foliaceus hervor?

Da gewisse Hunderassen häufiger betroffen sind, geht man von einer genetischen Veranlagung aus. Wenn andere Faktoren wie UV-Strahlung und Medikamente dazu kommen, kann die Erkrankung zum Ausbruch kommen.

Wie sieht Pemphigus aus?

Hautrötung, Pusteln, Schuppen und Krusten sind die typischen Symptome. Juckreiz kann in ganz unterschiedlichem Maße vorhanden sein: einige Tiere kratzen sich sehr stark, andere zeigen nur milden Juckreiz. Häufig sind Nase, Augenumgebung, Pfoten und Genitalien betroffen, jedoch kann sich die Erkrankung auf den ganzen Körper ausdehnen (Abb. 1-4).

Abb. 3: Pusteln bei Pemphigus

Abb. 3: Pusteln bei Pemphigus

Wie wird Pemphigus foliaceus diagnostiziert?

Die Diagnose beim Pemphigus foliaceus wird durch zytologische Untersuchung und Hautbiopsien gestellt (Abb. 5). Eine Vorbehandlung mit Cortison kann die Diagnosestellung behindern.

Wie wird Pemphigus foliaceus behandelt?

Die Behandlung erfolgt durch Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken. Prednisolon ist eines der am häufigsten verschriebenen Mittel, da es schnell und zuverlässig wirkt. Zur Behandlung des Pemphigus foliaceus müssen hohe Dosen an Cortison eingesetzt werden, um die Erkrankung zu beherrschen. Dann reduziert man baldmöglichst die Menge der Medikamente, bis man die notwendige Mindestdosis erreicht hat. In einigen Fällen kombiniert man Cortison mit anderen immunsuppressiven Medikamenten, um die Nebenwirkungen des Cortisons zu vermindern.

Abb. 4: Pfotenveränderungen bei Pemphigus

Abb. 4: Pfotenveränderungen bei Pemphigus

Abb.5: akantholytische Zellen in der zytologischen Untersuchung

Abb.5: akantholytische Zellen in der zytologischen Untersuchung

 

Eosinophiler-Granulom-Komplex

Abb. 1: Eosinophile Plaques am Bauch

Abb. 1: Eosinophile Plaques am Bauch

Der Eosinophiler-Granulom-Komplex ist keine dermatologische Diagnose, sondern beschreibt 3 klinisch ganz unterschiedliche Veränderungen: die eosinophile Plaque, das eosinophile Granulom und das indolente Ulcus. Bei diesen Veränderungen findet man in der veränderten Haut und oft auch Blut eine hohe Anzahl von eosinophilen Granulozyten.

Diese Hauterkrankungen treten am häufigsten bei Katzen mit allergischen Erkrankungen wie Atopie, Futtermittelallergie und Flohspeichelallergie auf.

Veränderungen wie beim Eosinophiler-Granulom-Komplex sind in manchen Fällen die einzigen Symptome der vorhandenen Allergie. Einige Katzen haben eine oder mehrere dieser Veränderungen gleichzeitig oder zeitlich hintereinander.

Eosinophile Plaques

Diese Veränderungen zeigen sich als flache Erhebungen in der Haut, die gerötet, geschwürig verändert und sehr stark juckend sein können (Abb. 1). Man findet sie häufig im Bereich des Bauches und der Schenkelinnenseiten.

Abb. 2: Eosinophiles Granulom auf der Zunge

Abb. 2: Eosinophiles Granulom auf der Zunge

Eosinophiles Granulom

Auch genannt: Lineares Granulom
Hiermit sind Erhebungen in der Haut gemeint, die rundlich oder lang gestreckt, einzeln oder in Gruppen auftreten können. Meistens findet man sie im Gesicht, im Mund (Abb. 2) oder an den Hintergliedmaßen.

Indolentes Ulcus

Auch genannt: Eosinophiles Ulcus
Diese Hauterkrankung besteht aus einem Ulcus (tiefes Geschwür), das normalerweise auf einer oder beiden Seiten der Oberlippe zu finden ist (Abb. 3). Obwohl bei manchen Katzen diese Veränderungen sehr schlimm aussehen, sind sie typischerweise weder schmerzhaft noch juckend.

Wie werden diese Veränderungen diagnostiziert?

Abb. 3: Indolentes Ulcus an den Oberlippen

Abb. 3: Indolentes Ulcus an den Oberlippen

In vielen Fällen sehen die Erkrankungen so typisch aus, dass man sie schon durch ihr Erscheinungsbild diagnostizieren kann. Durch eine zytologische Untersuchung (Hautabstrich) lassen sich die Eosinophile in den meisten Fällen schnell in der Sprechstunde nachweisen (Abb. 4). In manchen Fällen wird die Verdachtsdiagnose durch die Entnahme von Hautbiopsien bestätigt. Ist die Diagnose eosinophile Plaque, eosinophiles Granulom oder indolentes Ulcus sicher, beginnt erst die eigentliche diagnostische Arbeit. Um die Ursache der Veränderungen abzuklären sollten Maßnahmen wie diagnostische Flohtherapie, Ausschlussdiät und Allergietest veranlasst werden.

Wie werden die Erkrankungen behandelt?

Abb. 4: Eosinophile im zytologischen Präparat

Abb. 4: Eosinophile im zytologischen Präparat

Eine dauerhaft erfolgreiche Therapie ist nur dann möglich, wenn die auslösende Allergie identifiziert und durch entsprechende Maßnahmen unter Kontrolle gebracht werden kann.

Pyodermie

Auch genannt: bakterielle Hautinfektion, sekundäre Hautinfektion, Hautentzündung

Was ist Pyodermie?

Abb. 1: Haarausfall, Krusten, Schwarzverfärbung

Abb. 1: Haarausfall, Krusten, Schwarzverfärbung

Mit Pyodermie bezeichnet man Hautinfektionen, die durch Bakterien verursacht werden. Verschiedene Bakterien können solche Infektionen hervorrufen, beim Hund ist es in den meisten Fällen Staphylococcus pseudointermedius.
Die Haut verfügt über eine Reihe von Abwehrmechanismen, die Hautinfektionen verhindern sollen. Hierzu gehören u.a. die permanente Neubildung von Hautzellen, das Abschilfern alter Hautzellen und Abwehrfaktoren in Hautfetten und Schweiß. Auch Bakterien, Hefen und Parasiten (Demodex-Milben) gehören zur normalen Mikroflora der Haut. Zwischen Mikroflora und Haut besteht ein Gleichgewicht: die Mikroflora ernährt sich von Hautprodukten und schützt gleichzeitig vor der Besiedlung mit krankmachenden Keimen, ein Zusammenleben zu beiderseitigem Nutzen.

Abb. 2: chronische Pyodermie im Schenkelinnenbereich

Abb. 2: chronische Pyodermie im Schenkelinnenbereich

Dieses Gleichgewicht kann jedoch durch viele Faktoren gestört werden (prädisponierende Faktoren). Einige Beispiele sind:

Anatomische Faktoren

  • Hautfalten
  • Dünne Hornschichten
  • Erhöhter Feuchtigkeitsverlust

Physikalische Faktoren

  • Erhöhte Temperatur
  • Erhöhte Luftfeuchtigkeit

Parasitäre Erkrankungen

Allergische Erkrankungen

Pilzerkrankungen

Hormonelle Erkrankungen

Verletzungen

 

Abb. 3: Papeln im Bauchbereich

Abb. 3: Papeln im Bauchbereich

Wie sieht eine Pyodermie aus?

Rötung der Haut, Papeln (kleine, runde, gerötete Erhebungen in der Haut), Pusteln ( eitergefüllte Pickel), Schuppen, Krusten, Schwarzverfärbung der Haut und Juckreiz sind typische Symptome von Pyodermie (Abb. 1-3). Sie kann prinzipiell jede Körperregion befallen, besonders häufig findet man sie jedoch in wenig behaarten Hautbezirken, also in den Achseln und im Schenkelinnenbereich.

Wann tritt Pyodermie auf?

Auch gesunde Haut ist von Bakterien, Hefen und Parasiten (Demodex-Milben) besiedelt. Ein gut funktionierendes Abwehrsystem hält diese Erreger unter Kontrolle. Schwächt jedoch eine andere Erkrankung die Immunmechanismen der Haut, so kommt es zur Vermehrung dieser Erreger und zu einer Hautinfektion. Pyodermien werden also nicht durch Ansteckung von anderen Tieren erworben, sondern sind Folge- oder auch Sekundärerkrankungen.

Der Erreger, der am häufigsten Hautinfektionen hervorruft, heißt Staphylococcus pseudointermedius. Auch Menschen können Hautinfektionen durch Staphylokokken haben, hierbei sind aber andere Arten von Staphylokokken beteiligt. Ein Hund kann also sein gesundes Herrchen nicht anstecken. Bei manchen Tieren tritt solch eine Pyodermie einmalig auf, reagiert gut auf eine entsprechende Behandlung und kommt nie wieder. Bei den meisten Tieren sorgt jedoch eine immunsupprimierende Erkrankung für ein ständiges Wiederkehren von Hautinfektionen. In diesen Fällen kann die Pyodermie nur dann auf Dauer beherrscht werden, wenn die Ursachen erkannt und erfolgreich behandelt werden.

Abb. 4: Bakterien und Entzündungszellen im zytologischen Präparat

Abb. 4: Bakterien und Entzündungszellen im zytologischen Präparat

Wie wird Pyodermie diagnostiziert?

Die Pyodermie wird in erster Linie durch die typischen klinischen und zytologischen Befunde diagnostiziert. Die zytologische Untersuchung ist aus der Diagnose und Therapiekontrolle dermatologischer Untersuchungen nicht mehr wegzudenken. Sie ist schnell durchgeführt und beantwortet innerhalb von 15 Minuten die Frage, ob eine Pyodermie vorliegt oder nicht (Abb. 4). Nur durch sie kann der Behandlungserfolg effektiv kontrolliert werden.

Wie wird Pyodermie behandelt?

Je nach Ausdehnung und Tiefe der Pyodermie werden entweder nur lokale, antibiotisch wirksame Shampoos oder Shampoos in Verbindung mit Antibiotikatabletten eingesetzt.
Für die Shampootherapie steht uns eine ganze Anzahl von sehr gut antibakteriell wirksamen Produkten zur Verfügung. Wichtig ist bei der Anwendung dieser Präparate die Einwirkzeit von mindestens 10 Minuten, denn nur dann können die Inhaltsstoffe ihre volle Wirkung entfalten und die krankmachenden Bakterien abtöten. Auch das gründliche Abspülen ist wichtig, denn es entfernt Shampooreste und Bakterien und versorgt die Haut mit Feuchtigkeit.

In den meisten Fällen reagieren die Hautinfektionen sehr gut auf die Behandlung mit Antibiotika. Ganz wichtig ist es, nicht zu früh mit der Therapie aufzuhören, sondern mindestens 1 Woche über die klinische Heilung hinaus zu behandeln. Wir vereinbaren einen Kontrolltermin, um die weitere Behandlungsdauer ganz individuell auf den jeweiligen Patienten abstimmen zu können.

Neben der Behandlung der Sekundärinfektion muss natürlich gleichzeitig mit der Abklärung der auslösenden Grunderkrankung begonnen werden. Welche Grunderkrankung vorliegt und welche Untersuchungen eingeleitet werden müssen, ergibt sich aus der Krankengeschichte (Vorbericht) und dem klinischen Bild.

Flohbissallergie

Auch genannt: Flohallergie, Flohspeichelallergie

Abb. 2: Katzenfloh

Abb. 2: Katzenfloh

Was ist eine Flohbissallergie?

Die Flohbissallergie ist eine Hauterkrankung, die am häufigsten durch den Katzenfloh Ctenocephalides felis (Abb. 1) oder auch durch den Hundefloh Ctenocephalides canis bei Hunden und Katzen hervorgerufen wird. Typisch für diese Erkrankung ist starker Juckreiz, der beim Hund Kratzen und Beißen und bei der Katze pausenloses Putzen verursacht. Manchmal reicht nur ein geringer Flohbefall über eine kurze Zeit, um relativ starke Reaktionen auszulösen. Aufgrund des relativ milden Klimas finden wir Flohbissallergie fast das ganze Jahr über.

Wie sieht Flohbissallergie aus?

Abb. 2: Flohbissallergie beim Hund

Abb. 2: Flohbissallergie beim Hund

Diese Hauterkrankung stellt sich bei Hunden und Katzen unterschiedlich dar. Hunde zeigen Haarlosigkeit, kleine, rundliche Rötungen und Schuppen im Bereich des Rumpfes und des Schwanzansatzes (Abb. 2). Die Hautveränderungen können bei manchen Tieren zu den Hintergliedmaßen herunterziehen oder sich bis in die Bauchgegend erstrecken. Katzen lecken sich selbst die Haare im Bereich des Rückens weg, wobei ihre Haut meist vollkommen unverändert ist (Abb. 3). Manche Katzen zeigen kleine bräunliche Krusten im Bereich des Rumpfes.

Warum entwickelt sich Flohbissallergie?

Tiere mit dieser Erkrankung reagieren allergisch auf Flohspeichel. Wenn sie von einem Floh gebissen werden, gelangt Flohspeichel in die Blutbahn und bewirkt eine Reaktion, die viel stärker als bei normalen, nichtallergischen Tieren ist. Während gesunde Hunde und Katzen eine geringe Anzahl von Flohbissen ohne bedeutende Symptome tolerieren, kann bei flohallergischen Haustieren schon ein geringer Flohbefall zu massivem Juckreiz führen.

Wie wird sie diagnostiziert?

Abb. 3: Flohbissallergie bei der Katze: Haarbruch in Bereich der hinteren Körperhälfte

Abb. 3: Flohbissallergie bei der Katze: Haarbruch in Bereich der hinteren Körperhälfte

Die Diagnose basiert auf dem typischen klinischen Erscheinungsbild und dem Nachweis von Flöhen oder Flohkot. In manchen Fällen sind nur die charakteristischen Hautveränderungen festzustellen, da sich flohallergische Hunde und Katzen durch Lecken und Beißen die Flöhe von der Haut entfernen. Bei diesen Tieren kann die Flohbissallergie nur durch eine diagnostische Therapie oder einen Allergietest diagnostiziert werden.

Wie wird sie behandelt?

Der wichtigste Teil der Behandlung besteht in der Vermeidung von weiteren Flohbissen. Jedes Tier bekommt ein Mittel für die Haut, welches weitere Flohbisse weitgehend verhindert. Alle Hunde und Katzen eines Haushaltes und Kontakttiere müssen gleichzeitig behandelt werden, auch wenn sie selbst keine Symptome zeigen. Auch ist eine Behandlung der Umgebung unerlässlich.

Hochwirksame Medikamente verhindern das Überleben von Flöhen und ihrer Entwicklungsstadien in der Umgebung und damit einen Neubefall der Haustiere. Nicht jedes Flohpräparat ist für allergische Tiere gleichermaßen geeignet. Wir beraten sie gerne, welche Produkte für Ihr Tier am besten sind. Der Juckreiz aufgrund einer Flohbissallergie kann auch dann noch anhalten, wenn die Flöhe schon nicht mehr vorhanden sind. In diesen Fällen ist der Einsatz von juckreizstillenden Medikamenten angezeigt.

Die beste Vorbeuge für eine Flohallergiedermatitis ist eine ganzjährige Flohbekämpfung aller Tiere des Haushaltes. Da die Flohbissallergie oft gemeinsam mit anderen Allergien auftritt, ist die vorbeugende Flohbekämpfung oft ein Teil der individuellen Allergiebehandlung.